-IMMEDIATE REVIEW: frischester Eindruck, in first hearing festgehalten-
VORSPIEL: Ungeachtet dessen die klare Jungfernhaut des Neuerstandenen bereits entfernt
-das Heilige tritt zutage. Frage: wie heilig ist es?
Auf alle Fälle nun nicht mehr geschützt vor mir und meinem Urteil.
O.k., irgendwas muss dazu bewogen haben, DM 49,- (in Worten: NEUNUNDVIERZIG,-) hinzublättern. Abgespeichertes im Kopf mittels AlternateTakes aufzufrischen.
Erfahrung lehrt, dass BBC-Archivarisches zu diesem Zweck bestgeeignet.
-TOP-Empfehlungen bisher u.a.: Queen-Sessions -i.wes. Debütalbum-Material, hier in Spontan-Aufnahmecharakter vglw. q-u-i-c-k-l-e-b-e-n-d-i-g-, ebenso die Led-Zeppelin-Highlights -S T O P Abnudelei bekannter Versionen: hier noch einmal frisch, dito in Spielfreude (stell Dir vor, "Stairway To Heaven" wird im Live-Take bei Erklingen der Anfangstakte als neues Stück -da Album No.4 noch nicht erschienen- vom Publikum noch n-i -c-h-t gewohnt ritualisiert erkannt -CAN YOU IMAGINE T H A T ? )
Radio-Archive bürgt -via "Peel Sessions" seit jeher- für ein Entreissen der Originale aus Altrocksumpf und Sofa-Kompatibilität -ohne die Bootleg-Unwägbarkeiten. Punkt.
Zeit also, Bowie neu wirken zu lassen, was der Mann, der auf dem Cover (incl. modischer Mütze und der Art, wie er Zigarette und Kopfhörer festhält) in durchaus entzückender Weise fraulich wirkt, hatte/ hat
AKT I: Raus aus dem Pappschuber, rein ins Ohr, die No. Eins. Frühzeit erklingt, mehr so der Singer/ Songwriter-Bowie. End-60er-Beat. Jetzt nur nicht per "Skip"-Taste zappen.
"London Bye Ta Ta" könnte, stellt man sich's auf Deutsch vor, auch von Chris Roberts sein. Hat man d-e-n mal verehrt?
Blödsinn. Na, die Komik-Nummer "Laughing Gnome", die den Meister des Wandels inmitten von Zwergenstimmen als vorweggenommenen Schlumpfhüter Darth-Vader-Abraham featuret (sonst immer bei Bowie-End-60er-Sammlungen dabei), ist nicht dabei. Mehr so ernsthaft also und innerlich, der "Karma Man".
Das Melancholische ist es noch nicht so. Obwohl berührend. Ein wenig.
Interview-Intermezzo, der Meister spricht. Sehr schön. "Let Me Sleep Beside You", Sehnsüchte im Gesang und einzelne Instrumente treten langsam hervor. Drums, eine Psycho-Sitar, kurz. Das ist auf jeden Fall erkennbar 'ne andere Version.
-"O.k., just one more from David Bowie", original-eingespielte Ansage, mitten rein. Kommen noch Verkehrshinweise? Gut, das wollen wir ja, Authentik.
"Amsterdam" -Bowie plays Brel. Noch nicht so exaltiert wie die (auf früherem "Rare"-Album veröffentlichte) Früh-70er-Fassung. Dennoch Dramatik.
Akustikgitarre, "God Knows I'm Good". Crying. Wunderbare Teste, eigentlich. Nicht immer so darauf geachtet. Irgendwie aber doch übersteuert, der Sound.
Langsam geht's in die e-i-g-e-n-t-l-i-c-h-e Schaffensphase, die Kaufargument war.
Pionier-Zeiten. Portrait of a star becoming one: "I realize that God's a young man, too."-Woah. Das nochmal stehen lassen, nicht ironisieren! S T O P Klugscheisserei!
Höflicher Applaus. So hat man geklatscht, damals.
"Unwashed..." schon etwas lang, und dann kommt "Cygnet Committee". 8:16, stimmungsvoll angesagt von John Peel. Bowies Stimme ist dominanter, kommt besser raus als im Bekannten. Inbrünstig -das, auf Französich gedacht, könnte jetzt auch 'n Chanson sein, Bowie als Brel.
Highlight, das Stück muss in künftige Auswahl-Programmierung (anderes bis jetzt z.T. nicht).
"It was ragged and naive, it was heaven", Textzeile. Vermessen-erwachsen wäre es, angesichts solcher Stellen, an Soundqualität zu mäkeln.
Doch ich bin nicht hier zum Schwärmen. Bin ich nicht. "The sun machine is coming down and we're gonna have a party". Bin ich d o c h ?
BLA-lange Akadem-Radio-Ansage. So war Rock a-u-c-h. Ernsthaft. Dann doch nostalgisch.
Zeit, mal ins Heft reinzusehen. Liebevoll ausführlich. Viele Seiten, viele Angaben.
Foto -Bowie hat rote Augen, vom Blitz. Nicht die Linsen, diesmal. Low-Production-Authentics. Extras..
Dann kommt Schepper-Rock. Das gibt Abzüge. Die Ansagen sind in ihrer Regelmäßigkeit auch sehr 'Unterbrechung'.
Nichts für Let's-Dance-Leute, allemal. Auch nicht dünner weißer Adelsmann (Ketzer fragt: verdiente d-i-e-s-e Phase, in stilisierter Ernsthaftigkeit, es nicht eigentlich mal, ironisiert zu werden?). Blick auf's Datum zeigt: wir sind lange vor diesen Karriere-Stationen...
"It Ain't Easy", sonst dynamisch, klingt Chor hier nach Hausmusik. Auch 'ne andere Version.
AKT II: No.2 eingeschoben, und schlagartig wird der Sound besser - s-o ist die programmatische Unterteilung.
"Supergod" -auf einmal gibt's: ...Gänsehaut....schöne stille Momente. Ausgelebt im "Eight Line Poem".
"Ziggy Stardust" ...und die Mars-Spiders-Stars erstehen auf, incl. Mick Ronson, GlamGott hab ihn selig -in einer anderen Welt trifft er sich mit Sweet-Brian beim Blondieren- wir sind in den 70ern. Eingegroovt jetzt, die Rockband. Ganz andere Phase. Jetzt -J-E-T-Z-T-!
S-T-O-P MELANCHOLY. Kein nostalgisches Publikum. Überhaupt kein Publikum, wir sind allein, Mäuschen im Kult-Radiokonzert aus dem Funkhaus.
"Waiting For My Man" -VelvetCover macht Spaß...irgendwie witzig-entspannt. Highlight -wiewohl durchgängig gut zu hören, bisher, die No.2.
Andacht...Stille...Eigen-Verdacht...weniger zu sagen, besser die Stücke? Kein S-u-c-h-e-n?
(...Fähiges Zitier! Philo S.O. Phie!)
"Pushing through the market square", an brüchigen Stimm-Stellen hat man das Gefühl, der Sänger ist selbst noch gerührt. V-o-r weltweitem Touren.
"Five Years"...Aufbruch. Das ganze Konzeptalbum-Rise-And-Fall-Of-Ziggy-Material, damalig-stimmungsvolle Eröffnung... exklusiv nochmal gespielt: in Details anders, Feeling getreu Original -s-o war's.
Punkt.
"White Light White Heat" -noch'n Velvet-Underground-Cover, einmal nicht in des Meisters bekannten Live-Sound-brei-Versionen. Hier klar & dynamisch. -"..really got a good thing going", Radio ist j-e-t-z-t, CD No.2 wie erhofft. Auch gemessen an bis dato erschienenen Live[vor-Publikum]Aufnahmen dieser Zeit (s.o.) ist die Session -ohne hörbare Zusatz-Spuren- überraschend professionell nah an Studio-Songs.
Im second hearing mal probeweise Original-Reihenfolge Ziggy-Stücke zu programmieren... Original-Mithörern vorzuspielen, vielleicht: The alternate Rise & Fall.
"Ziggy plaaiiid", Cockney-Akzent rutscht schon mal rein. Süß, im androgynen Kontext. Warum hat er später oft so t-i-e-f gesungen?
Hier ist das kieksig-kokette noch 'echt', nicht Eigen-Zitat (Ziggy hatte noch nicht den theatralisch-endgültigen -dann doch: vorläufigen- Bühnen-Tod erlitten). -"ground control to Major Tom...", Rückgriff im Repertoire. Exklusiv + neu + alternativ aufgenommen FÜR D-I-C-H, der DU auch einmal Ziggy warst-bist-warst-bist.
Time for STARDOM! Jetzt den Lidstrich nachziehen und: RAUS!!!
Und CD Zwei könnte nach dramatischem neuen-alten-neuen "Oddity"-Finish enden, im All sich verlieren.
Tut sie nicht -"Ch-Ch-Ch-Changes"..."Oh! You Pretty Things" (Huuh! Kieks!) ..."Lady Stardust" (Huuh! Diva!) -"time may change me..." Es geht dem Ende zu.
Und -die Unschuld-Klarsichthülle-Unschuld ist weg- es gibt kein Zurück, einmal das Ding reingeschoben.
Erstes Mal. Immer wieder. Time To Die. Ziggy's Schminke.
"Rock'n'Roll Suicide".
AKT III: -was kann Akt Drei noch bringen?
Gut, der Mann will nochmal. Und das ist dann die "Limited"-Dreingabe, ein Radio-Konzert, Zweitausend-jetzt.
HUUH! Sind wir n-i-c-h-t GERADE-IM...-jetzt?
Publikum-Gejohle. Was ist DAS? -ALLE haben ihn, mit einem Mal.
Laidback-Sounds, verträumt, "touch me" -etwas spröde, die alte Diva, kein junges Gör mehr.
Kein Kieksen. Bißchen verwirrt schleicht sie umher, am Piano, schmachtet "kiss me".
Steht ihr Riechsalz bereit?
Stimmungsvoll, schon. "Wild Is The Wind". Ganz anders, natürlich, die Lady -Ziggy ist nicht mehr. Ashes To Ashes.
Und... "Major Tom's a Junkie". Und die Musik wird funky. Ansatzweise.
Andere Zeit, jetzt -JETZT?
Der a-n-d-e-r-e-n Welt zugewandt. Der WarenHeit ?
Ist das 2000? Und wo ist 90er-Bowie? Der, in weiterem PermanentZickZack, doch gar nicht s-o- uninteressant war...
Ziemlich clean, dieser Akt. Dann doch für's Sofa. Im ALTEN Rock. Let's-Dance-Bowie is back. Und im Widerspruch, heute, zurück in 70ern, modetechnisch-musik-longing zur Blond-Lang-Frisur des Sängers, die bald (splissverdächtig, auf Cover) verdiente, die [Spitzen nachzuschneiden].
Kann mal jemand diesen 80er-Plastik-Hall aus dem Schlagzeug -wenigstens der Snare- rausnehmen? Hallo??
Den Leuten gefällt's. So begeistert klatscht man 2000. Und die Mucke ist ...laidback. Umgedrehtes Verhältnis.
Hört mich da einer? ...Hallo Spaceboy?? ...? ... ...
...can you hear me, Major Tom? ...
... ? ...
-"this is..."
(...Major Tom to ground control?)
-"...not America."
G-l-a-t-t-Synthi. Nicht mal vorgetäuschte Orgasmen. Wir sind [tief] in 80erOberflächen.
Ätherisch, der Performer. Alles dudelt. So öde war's mal im Radio, mit Claqueren zwar, dafür ohne John Peel (der hatte sich indessen Indie-Newcomern zugewandt -...was wollte er
h-i-e-r auch noch fragen...).
Eine Verkehrsdurchsage wäre jetzt das Beste. 20 Falschfahrer, SOFAS!! auf der Fahrbahn, irgendwas -Schleudergefahr, zuviel Glätte... ..."Der Fahrer mit dem Kennzeichen...".
O.k., mit "Little Wonder" kommen etwas Ecken und Kanten zurück. Elektronik & Co, somehow experimental. Konnte nur besser werden. Somehow.
Reiserückruf erhört? Na ja. "Man Who Sold The World" -90er tote Rebellen-Ikone, der's coverte, damals...jetzt untrennbar mit dem verbunden. ...Steigerung. Tempo zieht an, bis "Cracked Actor". Ist o.k.. Der Rest dann auch.
Geht so.
NACHSPIEL: Das wird eines haben. Nach der "Limited"-Ausgabe wird es Akt III nicht mehr geben. Und der
P-a-p-p-s-c-h-u-b-e-r (der die beiden CD-Cases -I und II in einem, III im anderen- zusammenhielt) war's dann
a-u-c-h nicht.
Akt II war's allein, der Befriedigung im Hören erbrachte -gut, die erste als "dokumentarisch" den Preis und die Weihnachts-Box-Beachtung erbringend. So ist Verkaufspolitik.
EMPFEHLUNG:
Man teile sich in der Anschaffung das Package zur Hälfte mit jemandem, der zugleich Let's-Dance-glatter-Bowie-Hörer ist u-n-d dem's um Schrankwand-kompatiblen "Seltenheitswert" geht (im Rahmen dessen, was "Erhältlichkeit für begrenzte Zeit bei allen großen Tonträger-Ketten" an Seltenheit zulässt).
Demjenigen lasse man die Nummer Drei (ist tatsächlich ein einmaliges Exklusivkonzert vor gerade 130 handverlesenen Leuten -man lese und staune und gebe dies Argument an den Kaufpartner weiter) und lasse ihm den Bildungsbürger-Pappschuber (Limited! betonen).
Und ziehe mit dem e-i-g-e-n-t-l-i-c-h-e-n Stoff von dannen- reanimated for SelfStardom: das gesparte Geld lässt sich in f-r-i-s-c-h-e-n Schminkutensilien -Kajalstift, Rouge & Co.- anlegen. Oder...updated... in ein paar dieser Mini-Aufkleb-Buntsteinchen fürs Gesicht
-STOP- PREISFRAGE !!! -wie heißen die? -der Name fängt mit "B.."an -DIE ERSTE RICHTIGE EINSENDUNG BEKOMMT MEINE CE-DE NUMMER DREI UND DEN PAPPSCHUBER!!! Bitte melden bei iiaeue@yahoo.com !