Karsten Märtin
100 Zeilen an John

Annäherung an ein Idol
von dem ich mich
befreit habe
da es immer so ist
mit Denen
die vom Leben
die größte Rolle
zugespielt bekommen.
Gezeugt von einem der auszog
das Fürchten zu lernen,
geboren in den Wehen des Krieges,
zurückgelassene Liebe
die
nicht anders konnte als Dich
weiter zu verschenken.
Aufgewachsen im Grau und seltsam
verkleistertem Blick
der sogenannten
Nachkriegsjahre
rebellierst Du schon früh,
maltest Bilder auf der Schulbank
die heute noch Blaupause
für so manchen sind.
fandest den Einen unter den Sternen
der die zweite Hälfte war
und flipptest so richtig aus.
Hamburg, Tor zur Welt.
Was habt Ihr gelacht, geweint und getobt
Adrenalin, Amphetamin
Warst selbst verwundert
was dann mit Euch geschah
irgendwann kurz vor meiner Geburt,
Kollektiver Wahnsinn,
nasse Höschen
der kreischenden Girls
in jedem Club den Ihr gespielt habt,
dann;
die Zeit war über-reif,
Eroberung der Herzen und Geister
dieser Welt,
warst bunt und offen für alles was kam,
den Anderen immer einen Schritt voraus,
die 60er, Dein Jahrzehnt
Dann Fluxus, LSD, Freie Liebe
und Heroin
zerfallen, zerfleddert, verrissen.
Wie verloren, abgekapselt, durchgeknallt
schwebtest Du in Raum und Zeit,
warst an jedem Ort, lebtest Dich aus
zeigtest Dein innerstes Bild,
wärst dann fast verglüht
verstecktest Dein Herz hinter
tausend Masken,
hast getanzt mit Jesus, dem Teufel
und Gott
und bliebst doch nur Du selbst.
Rose, Deine Mutter, Rosemary, Dein Haus
seh' das Dakota im
letzten Augenlicht Deines Seins,
zerbrochene Träume
in Lachen
zerplatzt
auf dem Asphalt.

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