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Das Gesicht des Peliden?
Hardy Dittberner

omega mann

herr schliemann staunte nicht schlecht, als er beim buddeln vor den toren trojas ein monströses hölzernes pferd ausmachte, auf dem - und hier musste er sich erst einmal ein paar sandkörner aus den augenwinkeln reiben - achilles saß und der mächtigen mähre seine unbewehrten fersen homer hossa in die seiten stieß. schliemann musste schmunzeln, als ihm die verwandtschaft dieser erscheinung mit achills kentaurischem ziehvater aufging. freilich hatte der weise cheiron, wenn er auch zu leichtem fettansatz neigte, nicht einen derart aufgedunsenen kugelbauch zwischen den läufen zu tragen, aber er hatte auch nicht menelaos und seine mannen bei ihrem heimtückischen vorhaben bäuchlings zu unterstützen, die nun im massigen hohlraum unter achills gesäß der dinge harrten, die ilion zu fall bringen sollten. achilles, dessen unzeitgemäßes auftreten nicht ins bild zu passen schien, war offenbar stinksauer, anders konnte schliemann sich das glühen im gesicht des peliden, sein fratzenhaftes grimassieren und drohendes gefuchtel nicht erklären. sicher, der omega mann hatte achills geliebte briseis eingesackt, doch das konnte niemanden wirklich überraschen, immerhin war der atride seiner gefühllosen taten wegen gefürchtet und ob seiner anmaßung gegenüber den göttern bekannt. hatte er nicht schon den ersten mann seiner frau so mir nichts dir nichts erschlagen und die eigene tocher in aulis mördermäßig geopfert? hatte er nicht artemis geheiligte hündin mit spitzem speere aufgespießt und dabei noch geprotzt, dass selbst die göttin dies nicht besser hingeferkelt hätte? hatte er sich nicht auch als äußerst sturer hund erwiesen, als er einer priestertochter die rückkehr zu ihrem vater verwehrte, indem das lösegeld er ausschlug, sie stattdessen vielmehr als bettsklavin verwendete und mithin den griechen per apollon die pest an den hals hetzte? und hatte er nicht unzählige häupter in schlachten vom rumpfe getrennt, darunter auch zwei der söhne priamos metzgergleich gemetzelt? gut, der troerkönig hatte der söhne mehr als genug, gleichwohl - schliemann schüttelte den kopf, er war schon ein rechter sausack, der omega mann, aber was wollte man auch erwarten von einem, der aus solch sauberer sippschaft stammt? hatte nicht sein vater dem onkel, der mit der mutter anbändelte, die vettern zum mahle vorgesetzt? wahrhaftig ekelhaft, so viel stand mal fest. wer das auszubaden hatte, war schliemann, dem die hitze langsam aber sicher die mundhöhle trockenlegte, längst klar. der atride würde seine strafe schon bekommen, dafür würde aigisthos, sein vetter und sohnemann von onkels zweiter frau, schon sorgen, hatte der sich doch längst im fernen mykene an omega manns frau herangemacht. deshalb durfte man auch nicht zulassen, dass achilles, nur um gehörig dampf abzulassen, den pferdeplan der danaër platzen ließ und die heimfahrt des atriden gefährdete. zumal der jetzt ohnehin nicht zugegen war, sondern bei tenedos blutdürstend auf glühenden kohlen das feuerzeichen zur einnahme der stadt ersehnte. im übrigen währte auch die belagerung der stadt schier endlos schon, so dass schliemann, den sand mit den zähnen im dörrenden mund malmend, nun nicht länger zögerte und zerknirschend auf den kolossalen zossen zutrat, der sich trotz anfeuernder mühen achills freilich kein µ von der stelle rührte, und zu dem peliden hinaufrief, er solle jetzt gefälligst mal von seinem hohen ross heruntersteigen und in den hades hinab, wo er schließlich längst hingehörte. achill tat tatsächlich, wie ihm geheißen, und landete mit einem ansehnlichen satz direkt neben schliemann, der ihn vertraulich beiseite nahm und ihm augenzwinkernd steckte, dort könne er ja beizeiten mit dem omega mann sein hühnchen rupfen. verschmitzt lächelnd fügte schliemann noch hinzu, lange müsse er nicht mehr warten, das geschick würde sich schon um den atriden kümmern, dessen tage seien gezählt. kassandra, dessen künftige kriegesbeute, wisse da etwas von einem blutbad, das man dem omega mann, allerdings auch ihr bereiten werde. indessen war achilles noch nicht ganz bereit, den worten des ausgräbers zu trauen, und erst als schliemann noch stein und bein schwor, dafür zu sorgen, dass der name des omega mannes totgeschwiegen und sein antlitz von einer maske für die nachwelt verstellt würde, schickte achill sich zu guter letzt an, in sein schicksal notgedrungen sich zu fügen.


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